Dauerbrenner: illegale Abfallentsorgung auf Gemeindeland

Ein altes Thema, doch leider immer noch aktuell ist der Umgang mit Abfällen einiger weniger Grundstückseigentümer. In Reddelich ist das Problem, bis auf wenige kleine Verklappstellen, weitestgehend gelöst. Dafür sind einige Brodhäger anscheinend aus der Zeit gefallen.

Wie in den wilden 1960er Jahren wird auf dem Brodhäger Festplatz alles verklappt, was im eigenen Garten nicht mehr zu verwerten ist. Unrechtsbewusstsein? Weit gefehlt. Sollte allerdings der Bauhof auf die gleiche Idee kommen, und die Abfälle der Gemeinde auf private Grundstücke preisgünstig entsorgen – ich mag mir die Reaktionen garnicht ausmalen. Die Gemeinde macht so etwas natürlich nicht. Es ist aber schwer zu ertragen, dass wir dies mit uns machen lassen müssen. Über das Prinzip "Drei Affen" (nichts sehen, nichts hören, nichts sagen) im Verhalten der Anlieger habe ich auch schon mehrfach berichtet. In Reddelich sind mittlerweile auch schon Anwohner intoleranter geworden und geben ihr Wissen über Verursacher weiter. Das ist auch gut so, denn sie müssen den Schaden letztlich bezahlen. Denn entsorgt wird der Mist so oder so. Nur im Rahmen der Anschlusspflicht von Grundstückseigentümern an das zentrale Entsorgungssystem wird es deutlich billiger.

Auch wenn es eine Minderheit ist, die dort ordnungswidrig handelt und sich so einen Kostenvorteil verschafft, macht sich eine gewisse Enttäuschung in der Gemeindevertretung breit. Auf der einen Seite machen wir uns stark, auch gegen äußeren Druck, und haben die Grundsteuer bislang nicht erhöht. Dies trotz angespannter Haushaltslage. Auf der anderen Seite bekommen wir solche vergifteten Geschenke von einigen Grundstückseigentümern. Das passt irgendwie nicht zusammen.

Was Brodhagen anbelangt, hat ein ortsansässiger Garten- und Landschaftsbaubetrieb den Auftrag erhalten, den Misthaufen fachgerecht zu entsorgen. Das kostet den Steuerzahler fast 375 €. Ich hege die Hoffnung, dass es sich um eine einmalige Ausgabe handelt und wir diesen Betrag zukünftig nicht Quartalsweise einplanen müssen.

Ihr Bürgermeister
Ulf Lübs

brodhagen-09-2016